Schutzausrüstung im Krav Maga Training


Tiefschutz

Für die meisten männlichen (aber auch weiblichen) Trainingsteilnehmer ist die erste empfohlene Anschaffung in der Regel der Tiefschutz, in Fachkreisen Suspensorium genannt. Für das Probetraining wird ein über der Hose zu tragender Tiefschutz zur Verfügung gestellt, die anderen Versionen bieten in der Regel mehr Bewegungsfreiheit und werden unter der Kleidung getragen.

 Regular KickHerren:

Die einfachen Tiefschützer sind in den Preisklassen von 9-15 Euro erhältlich und erfüllen für das reguläre Training ihren Zweck. Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Arten, zum einen mit Gummibändern ausgestatte Suspensorien aus Kunststoff sowie die Muay Thai Variante aus Metall, die mit einer speziellen Bindetechnik fest fixiert wird. Letzterer bietet den besten Schutz, ist aber auf Grund seiner String-ähnlichen Anwendung nicht favorisiert.

Mit Gummiband im Protego Krav Maga Training getestet wurden Tiefschützer von Vandal, Adidas und Shockdoctor.

Der Vandal- Tiefschutz bietet soliden Schutz vor frontalen Tritten sowie Tritten von unten durch die Form der Abdeckung. Die umlaufende Kunststoff-Schutzabdeckung aus weichem Material löst sich aber mit der Zeit aus den Nahtbindungen und muss vor dem Training wieder angebracht werden. Bei fortgeschrittenen Trainings mit härterer Einwirkung kann der Cup bei Kniestößen brechen und muss danach ausgetauscht werden. Die Schutzwirkung ist dabei trotzdem vorhanden.

Der Adidas- Tiefschutz ist stabiler und verteilt frontale Energie von Tritten und Knie sehr gut, bisher ist noch kein Cup gebrochen. Allerdings ist die Form runder, bei von unten kommenden Tritten kann er angehoben werden und bietet in dieser Position nur eingeschränkten Schutz. Dies kommt allerdings sehr selten vor.

Der Shockdoctor-Tiefschutz ist die teuerste Variante (25 Euro), zeigt sich im Langzeittest aber als die beste Schutzoption. Durch die langgezogene Form liegt er eng an und kann auch bei Tritten von unten nicht angehoben werden. Gleichzeitig sind die Ränder weich, aber fest mit dem harten Cup verbunden, so dass sich hier kein Material löst. Der Frontbereich ist verstärkt und daher sehr robust, ein Bruch kam nur bei sehr extremer Kraftanwendung vor und ist im regulären Training noch nicht aufgetreten. Die Gummibänder bleiben auch nach dem Waschen elastisch und liegen gut an.  

Damen:

Damentiefschützer gibt es von Kwon und anderen Kampfsport-Anbietern, auf Grund ihrer schmalen und länglichen Form bieten sie einen gewissen Schutz gegen Tritte und Knie. Der Tragekomfort ist in der Regel nicht sehr hoch. Als gute Alternative hat sich ebenfalls die Shockdoctor-Variante erwiesen, sie nennt sich Pelvic Protector und kostet um die 16 Euro.

Es handelt sich um eine Carbonplatte, die mit Gelpolster versehen ist und einwirkende Kräfte flächig verteilt. Dieser Protector muss unter einem fixierenden Kleidungsstück getragen werden.

Fazit: In der Praxis haben sich alle genannten Varianten bewährt und sind auch über längere Zeiträume im Training getest worden. Für Einsteiger reicht bei der Erstanschaffung ein günstiger Tiefschutz absolut aus. Beim Übergang in fortgeschrittenes Training mit mehr Fighting-Einheiten und gesteigertem Kontakt kann es sich lohnen, auf die umfangreicheren Schutzvarianten überzugehen. Der beste Schutz ist allerdings immer noch eine frühzeitige Abwehr an Stelle der erzwungenen Absorbierung.

Schienbeinschoner....

...sind ebenfalls eine sinnvolle Anschaffung. Gerade wenn Tritte mit dem Schienbein geblockt werden oder Stopkicks auf selbiges treffen, ist das an dieser kaum durch Muskeln oder sonstiges Gewebe gepolsterten Stelle des Körpers sehr schmerzhaft, führt oft zu dicken Schwellungen und auch nicht selten zu langwierigen Knochenhautentzündungen.

Relativ unpraktisch sind aus unserer Sicht Shin Guards mit Spannschutz - das Anhängsel passt meist nicht über die Schuhe. Nehmt allerdings keinesfalls Shin Guards mit Carbonplatte, da können sich eure Trainingspartner übel dran verletzen.

Bewährt haben sich zum Beispiel die Shin Guards "Vandal Kickboxing Pro" Allerdings schwitzt man darunter ziemlich. Wer weniger empfindlich an den Schienbeinen ist, dem reichen evtl. auch Shin Guards aus Baumwolle mit Schaumstoffeinlage, wie z.B. diese hier von Kwon.


Zahnschutz und Handschuhe

Als weitere Schutzausrüstung sollten sich diejenigen, die auch am Light Fight teilnehmen wollen, unbedingt Zahnschutz und Handschuhe. Von der KMG empfohlen sind 12 Unzen Boxhandschuhe, wir halten allerdings Grappling Handschuhe mit mind. 5 cm Polsterung für sehr sinnvoll, da man sich damit auch gegen Kontaktangriffe gut verteidigen kann. Die hier und auch diese hier sind geeignet. Auf keinen Fall geeignet sind MMA - oder Sandsack Handschuhe die nur die Fäuste, nicht aber den Partner schützen! Einen geeigneten Zahnschutz findet Ihr in jeder Sportabteilung, z.B. der Kaufhof hat eine reiche Auswahl. Auch online kann man z.B. die Shock Doctor oder die Venum Zahnschützer kaufen.

 

Für Fragen und Anmerkungen stehen wir euch gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!zur Verfügung.